Ein Hörgerät bei einem Kind wirft oft mehr Fragen auf als bei einem Erwachsenen. Nicht nur technisch, sondern vor allem auch emotional. Denn das Gehör spielt eine Schlüsselrolle dabei, wie ein Kind sprechen lernt, wie es lernt, zuzuhören, sich zu verbinden und sich zu entwickeln. Wenn dieses Gehör nicht optimal funktioniert, hat das Auswirkungen. Glücklicherweise sind Hörgeräte für Kinder heute intelligent, klein, robust und vor allem auf wachsende Ohren und ein wachsendes Gehirn zugeschnitten.
Ein Hörgerät ist kein „letzter Ausweg" für ein Kind, sondern ein Hilfsmittel, das die Entwicklung ermöglicht. Betrachten Sie es als eine Brille für die Ohren. Nur eine, die einiges aushält, die Spielplätze, Schultage und das Leben im Allgemeinen übersteht.
Warum das Hören bei Kindern so wichtig ist
Kinder lernen durch Zuhören. Sprechen, Sprache, Intonation, Emotionen, soziale Signale: all das wird durch das Hören vermittelt. Selbst ein leichter Hörverlust kann Auswirkungen haben:
- Entwicklung von Sprache und Sprechen
- Konzentration und Lernleistung
- Soziale Interaktion
- Selbstvertrauen
Während ein Erwachsener fehlende Klangteile oft aufgrund von Erfahrungen „ergänzen" kann, ist dies bei einem Kind noch nicht möglich. Was nicht gehört wird, wird einfach nicht gelernt.
Wann bekommt ein Kind ein Hörgerät?
Hörgeräte für Kinder werden bei verschiedenen Formen von Hörverlust eingesetzt:
- Angeborener Hörverlust
- Schwerhörigkeit aufgrund von Mittelohrproblemen
- Schwerhörigkeit nach Krankheit oder Infektionen
- Fortschreitender Hörverlust
In den Niederlanden wird Schwerhörigkeit häufig durch ein Hörscreening bei Säuglingen frühzeitig erkannt. Dies ist kein unnötiger Luxus. Je früher ein Hörverlust erkannt wird, desto besser kann die Beratung und Unterstützung beginnen.
Wie unterscheiden sich Hörgeräte für Kinder von denen für Erwachsene?
Hörgeräte für Kinder sind keine „kleinen Erwachsenenmodelle". Sie wurden speziell für Kinderohren und das Leben von Kindern entwickelt.
Die wichtigsten Unterschiede:
- Sie wachsen mit dem Ohr
- Sie sind besonders stabil und widerstandsfähig gegen Stürze
- Sie haben kinderfreundliche Einstellungen
- Sie sind mit den Werkzeugen in der Schule kompatibel
- Sie lassen sich leicht von den Eltern kontrollieren
Darüber hinaus ist die Sicherheit wichtig. Hörgeräte für Kinder haben oft verschließbare Batterieabdeckungen und klare Signalfunktionen.
Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte für Kinder
Die meisten Kinder tragen Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte. Nicht weil es die einzige Option ist, sondern weil es praktisch die beste Wahl ist.
Vorteile:
- Geeignet für praktisch alle Arten von Hörverlusten
- Leicht anpassbar, wenn es wächst
- Robust und zuverlässig
- Gut kombinierbar mit maßgeschneiderten Ohrstücken
Das Ohrstück wird angepasst, wenn das Ohr wächst. Das mag umständlich klingen, aber es sorgt dafür, dass das Hörgerät immer an seinem Platz bleibt und optimal funktioniert.
Hörgeräte und Schule
In der Schule wird deutlich, wie wichtig gutes Hören ist. Anweisungen, Erklärungen, Fragen von Mitschülern, Tests wie der CITO-Test: alles dreht sich um die Verständlichkeit.
Viele Hörgeräte für Kinder können mit anderen Geräten kombiniert werden:
- Mikrofonsysteme für Lehrer
- FM oder digitale Funksysteme
- Tablets oder Computer
So kann die Stimme des Lehrers direkt und deutlich zu hören sein, ohne dass Hintergrundgeräusche stören. Das macht einen großen Unterschied bei der Anstrengung und Ermüdung des Hörens.
Spielen, Sport treiben und trainieren mit einem Hörgerät
Kinder bewegen sich. Sehr viel. Und ohne Pausentaste. Ein Hörgerät sollte das verkraften können.
Moderne Hörgeräte für Kinder sind:
- Stoßfest
- Schweißresistent
- Entwickelt, um fest an seinem Platz zu bleiben
Für einige Aktivitäten ist ein zusätzlicher Schutz sinnvoll, z. B. ein Gehörschutz für laute Geräusche oder spezielle Lösungen für Wassersportarten. Schließlich passen Hörgeräte und Wasser nicht automatisch gut zusammen.
Wasser, Gehör und Hörgeräte
Kinder, die Hörgeräte tragen, können Schwimmen und Wassersport genauso genießen. Aber mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen. Technisch gesehen mag das Hörgerät eines Kindes zwar wasserdicht sein, aber unter Wasser können Sie einfach nichts hören und die Ohrstücke verschließen sich. Außerdem gehen sie leicht verloren.
Dort draußen kann Wasser im Ohr zu Ohrentzündungen, Schwimmerohr oder bei längerer Exposition sogar zum Surferohr führen. Besonders bei Kindern mit Ohrproblemen oder Schläuchen ist Schutz wichtig.
Schwimmstöpsel, sowohl universelle als auch individuell angepasste, können dabei eine Rolle spielen. Sie schützen das Ohr vor Wasser und helfen dabei, Probleme zu vermeiden, da das Hörgerät beim Schwimmen sicher abgenommen werden kann.
Bonus-Tipp
Unabhängig von Ohrproblemen und Alter ist die Kommunikation im Wasser mit dem AquaCom Kommunikationsset möglich. Dieses System funktioniert auf der Basis von Knochenleitung und ist ideal beim Schwimmtraining, bei Wassersportarten wie Wasserball und natürlich beim Schwimmunterricht!
Sie können die Anzahl der Sender und Empfänger wählen, so dass die Möglichkeiten endlos sind.
Der soziale Aspekt eines Hörgeräts
Für viele Eltern ist dies vielleicht der aufregendste Teil. Wie werden die Menschen um mich herum reagieren? Wird mein Kind anders behandelt werden?
Kinder sind oft erstaunlich bodenständig. Besonders wenn sie von klein auf ein Hörgerät tragen, gehört es einfach zu ihnen. Heutzutage gibt es Hörgeräte in verschiedenen Farben und Stilen. Manchmal fallen sie auf, manchmal nicht. Beides ist in Ordnung, solange das Kind sich mit ihnen wohlfühlt.
Eine gute Beratung hilft enorm. Wenn Sie es in der Schule, vor Freunden und Familie erklären, wird das Thema normal. Und normal ist genau das, was es sein darf.
Wartung und Überwachung
Ein Hörgerät für ein Kind erfordert Aufmerksamkeit. Nicht übermäßig, aber konsequent.
Denken Sie darüber nach:
- Tägliche Überwachung durch die Eltern
- Regelmäßige Reinigung
- Prüfen des Ohrpassstücks
- Regelmäßige Anpassung im Audiologiezentrum (ab dem 18. Lebensjahr kann dies beim Audiologen erfolgen)
Kinder wachsen, ihr Gehör kann sich verändern und ihre Hörumgebung wird komplexer. Regelmäßige Kontrollen stellen sicher, dass das Hörgerät auch weiterhin das tut, was es tun soll.
Hörgeräte und Gehörschutz: eine Kombination
Ein wichtiger Punkt, der oft vergessen wird: Ein Hörgerät schützt das Gehör nicht vor lauten Geräuschen. In der Tat kann Lärm einen zusätzlichen Schutz erfordern.
In Situationen mit viel Lärm, wie z.B. bei Feuerwerken, Veranstaltungen oder lauter Musik, ist ein Gehörschutz unerlässlich. Auch für Kinder mit Hörgeräten. Manchmal heißt das: Hörgeräte aus und Gehörschutz rein.
Gut hören heißt auch gut schützen.
Die Rolle der Eltern
Als Elternteil sind Sie kein Audiologe, aber Sie spielen eine wichtige Rolle. Indem Sie auf Anzeichen achten, Fragen stellen und Ihr Kind unterstützen, machen Sie einen großen Unterschied.
Es muss nicht alles perfekt sein. Wichtig ist, dass ein Kind teilnehmen, lernen und sich entwickeln kann, ohne dass das Hören zu einem unnötigen Hindernis wird.
Ein Werkzeug, kein Zwang
Hörgeräte für Kinder sind keine Einschränkung, sondern ein Hilfsmittel, um Beeinträchtigungen zu verhindern. Sie eröffnen die Welt der Sprache, der Kommunikation und des Kontakts. Und das ist genau das, was ein Kind braucht, um zu wachsen.
Gutes Hören ist kein Luxus. Es ist eine Grundvoraussetzung. Und mit den richtigen Hörgeräten, Beratung und Schutz ist diese Grundlage solide.


