Was ist der Unterschied zwischen einem Hörverlust und einer Hörminderung?

Was ist der Unterschied zwischen einem Hörverlust und einer Hörminderung?

Viele Menschen verwenden die Begriffe Hörverlust und Hörschwäche so, als ob sie genau dasselbe bedeuten - als ob sie nur zwei Wörter für dasselbe Problem wären. Aber es gibt tatsächlich einen Unterschied. Und dieser Unterschied ist wichtig, denn er bestimmt nicht nur , was falsch ist, sondern auch, was Sie dagegen tun können.

Denken Sie an den Unterschied zwischen einem Muskel, den Sie zu wenig trainiert haben (Kraftverlust) und einem, den Sie überlastet haben (Schaden). Beide führen dazu, dass Sie weniger gut funktionieren, aber die Ursache, die Behandlung und die Aussichten sind unterschiedlich. Genau so funktioniert es auch mit Ihren Ohren.

Nehmen wir sie für einen Moment auseinander - klar, wie eine richtig eingestellte Stereoanlage.

Hörverlust: wenn das Gehör allmählich verschwindet

Hörverlust ist in der Regel ein schleichender Prozess. Sie hören nicht mehr so gut wie früher, aber das liegt nicht unbedingt daran, dass Ihr Ohr geschädigt ist. Oft ist es eine natürliche Folge des Alterns, längerer Lärmbelastung oder einer medizinischen Ursache, die die Hörfunktion beeinträchtigt.

Es gibt verschiedene Formen von Hörverlust:

1. Wahrnehmungsschwerhörigkeit (Innenohr)

Dies ist die häufigste Form und tritt auf, wenn die Haarzellen in der Hörschnecke (Cochlea) nicht richtig funktionieren. Diese Haarzellen wandeln Schallwellen in elektrische Signale um, die an Ihr Gehirn weitergeleitet werden. Wenn sich diese Zellen abnutzen - zum Beispiel durch Alter oder laute Geräusche - können Sie sie nicht mehr ‚reparieren‘.

Das Ergebnis: Klänge klingen dumpf oder verzerrt, und vor allem hohe Töne verschwinden langsam aus Ihrem Gehör. Stimmen klingen zum Beispiel leiser, oder Sie hören sie, können sie aber nicht richtig verstehen.

2. Leitfähigkeitsverlust (Mittel- oder Außenohr)

Hier liegt das Problem in der Übertragung des Schalls. Vielleicht ist Ohrenschmalz im Weg, das Trommelfell ist beschädigt oder die Gehörknöchelchen arbeiten nicht richtig. Diese Art von Hörverlust ist oft vorübergehend und behandelbar. Eine einfache Ohrenschmalzbehandlung oder eine Operation kann bereits Wunder bewirken.

3. Gemischter Hörverlust

Wie der Name schon sagt: eine Kombination aus beidem. Sowohl bei der Übertragung als auch bei der Verarbeitung von Ton läuft etwas schief.

Ein Hörverlust ist also nicht immer dauerhaft, aber er kann es werden. Vor allem im Alter oder bei längerer Lärmbelastung ist er oft dauerhaft.

Hörschäden: wenn das Gehör plötzlich geschädigt wird

Ein Hörschaden ist eine Form des akuten oder plötzlichen Hörverlusts, der in der Regel durch etwas verursacht wird, das das Hörorgan direkt schädigt. Das kann ein lauter Knall sein (wie Feuerwerk oder ein lauter Knall bei einem Konzert), aber auch Medikamente, Infektionen oder ein Unfall.

Sie können es als eine „Verletzung" Ihres Gehörs betrachten. Etwas, das zusammengebrochen ist, nicht nur allmählich geschwächt wurde.

Beispiele für Hörschäden:

  • Akustisches Trauma: ein lauter Knall oder eine Explosion, die das Trommelfell oder die Haarzellen beschädigt.
  • Lärmentrauma: längere Exposition gegenüber lauten Geräuschen, z.B. auf dem Bau, in der Musikindustrie oder in einer Fabrik.
  • Ototoxische Medikamente: Bestimmte Antibiotika, Chemotherapie und Schmerzmittel können Hörschäden verursachen.
  • Plötzliche Taubheit: ein plötzlicher, unerklärlicher Hörverlust auf einem Ohr. Die Ursache ist oft unbekannt, aber vermutlich spielt der Blutfluss oder ein Virus eine Rolle.

Bei Hörschäden ist der Schaden in der Regel irreversibel. Die Haarzellen in Ihrem Innenohr erholen sich nicht von selbst. Und obwohl moderne Hörgeräte und Hörimplantate viel kompensieren können, ist Vorbeugen immer besser als Heilen.

Hörverlust vs. Hörschaden: es auf einen Blick

MerkmalSchwerhörigkeitGehörschäden
HerkunftAllmählichPlötzlich oder akut
UrsacheAlterung, Vererbung, lang anhaltender LärmHarter Schlag, Medikamente, Infektion, Trauma
WiederherstellbarManchmal (mit Leitungsverlust)Selten
BehandlungHörgerät, Reinigung, medizinische BehandlungHörgerät, Implantat, Prävention
BeispielSchwierigkeiten, Sprache in Menschenmengen zu verstehenTinnitus nach Feuerwerk oder Konzert

Kurz gesagt: Hörverlust ist eine Folge, Hörschäden sind eine Ursache.

Wie erkennen Sie die ersten Anzeichen?

Ob es sich um einen Schaden oder einen Verlust handelt - Ihre Ohren senden Signale. Achten Sie auf diese Warnsignale:

  • Sie bitten die Leute oft, etwas zu wiederholen.
  • Sie drehen den Fernseher oder das Radio lauter und lauter.
  • Sie hören Hintergrundgeräusche besser als Sprache.
  • Sie hören ein Quietschen(Tinnitus) nach einer durchzechten Nacht.
  • Sie haben ein volles oder drückendes Gefühl in Ihren Ohren.

Wenn Sie eines oder mehrere dieser Symptome erkennen, ist es klug, Ihr Gehör testen zu lassen. Und zwar nicht erst dann, wenn es wirklich schlimm wird, denn Hörschäden können auch leise auftreten, ohne Schmerzen oder unmittelbare Symptome.

Vorbeugung: Hören Sie besser auf Ihre Ohren

Der beste Weg, Gehörschäden (und damit Hörverlust) zu vermeiden, ist ein kluger Umgang mit Geräuschen. Einige praktische Tipps:

Tragen Sie einen Gehörschutz

Ob Sie auf einem Festival sind, in einer Fabrik arbeiten oder einen Laubbläser bedienen - Ohrstöpsel sind kein Luxus. Heutzutage gibt es maßgefertigte Ohrstöpsel die bequem sind, den Klang nicht verzerren und dennoch vor schädlichen Lärmpegeln schützen.

Seien Sie vorsichtig mit Ohr- und Kopfhörern

Laute Musik über Ohrstöpsel ist einer der größten Übeltäter unter jungen Menschen. Wenn jemand neben Ihnen hören kann, was Sie gerade hören, ist es zu laut. Moderne Kopfhörer haben einen Lautstärkebegrenzer - nutzen Sie ihn.

Vorsicht bei Medikamenten

Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, ob die Medikamente, die Sie einnehmen, Ihr Gehör beeinträchtigen können. Denn einige Medikamente sind ototoxisch (hörschädigend).

Trocknen und reinigen Sie Ihre Ohren richtig

Ein feuchter Gehörgang oder angesammeltes Ohrenschmalz kann Geräusche dämpfen und zu einem vorübergehenden Hörverlust führen. Vermeiden Sie die Verwendung von Wattestäbchen - sie drücken den Schmutz noch tiefer. Verwenden Sie stattdessen einen sicheren Ohrreiniger, wie zum Beispiel den Bebird T15der es Ihnen ermöglicht, mit einer Kamera hineinzuschauen.

Wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen?

Wenn Sie plötzlich auf einem Ohr weniger hören oder ein anhaltendes Quietschen wahrnehmen, ist es wichtig, dass Sie schnell einen Arzt aufsuchen. Je früher die Ursache gefunden wird, desto größer ist die Chance auf Heilung oder Besserung. Manchmal ist der Hörverlust nur vorübergehend (z.B. aufgrund einer Ohrinfektion oder Flüssigkeit hinter dem Trommelfell), aber in anderen Fällen ist Eile geboten, um dauerhafte Schäden zu vermeiden.

Besser bewusst als taub erstaunt

Der Unterschied zwischen Hörverlust und Hörschaden mag gering erscheinen, aber in Wirklichkeit ist er wie der Unterschied zwischen einer sich langsam entleerenden Batterie und einem Kurzschluss. Beide führen dazu, dass der Klang schwächer wird - aber die Ursache, der Schweregrad und die Vorgehensweise sind sehr unterschiedlich.

Hören Sie also nicht nur auf Ihre Ohren, sondern auch auf das, was sie Ihnen zu sagen versuchen. Und schenken Sie ihnen von Zeit zu Zeit etwas Liebe - in Form von Ruhe, Schutz und Aufmerksamkeit. Denn Ihre Ohren, die haben Sie nur einmal.

Oder wie wir bei Horend Goed zu sagen pflegen: Ihr Gehör ist kein Gerät, das Sie einfach so ersetzen können. Pflegen Sie es also gut - jeden Tag.

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